Werewolf: The Apocalypse – Earthblood eine Betrachtung

Nachdem ich wieder anfing, Videospiele zu spielen, habe ich mir das neuste Spiel was dem Werwolf: Die Apokalypse Kosmos vorgenommen Werewolf: The Apocalypse – Earthblood!

Das Spiel wurde ebenfalls während meines Klinikaufenthalt veröffentlicht. Während es andere Spiele gibt, sowohl zu Vampire als auch zu Werewolf, die zuvor erschienen sind, und die ehrlich gesagt wahrscheinlich sehr viel besser sind, entschied ich mich für dieses, weil es ein „(Stealth) Action Brawler“ ist. Zudem wollte ich sehen, in wie weit etwas an den Verissen dran ist.

Zu dem Rahmen, ich habe das Spiel auf einem Desktop PC ~ Win 10 Pro, i5-4460S CPU 2,90GHz 4 Kerne, GeForce GTX 1060 (6 GB) ~ mit einem XBox 360 Controller via GoG auf Epic Games gespielt.

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Spielzeit

Ich habe insgesamt etwa 11 Stunden für das Spielen der Hauptkampagne inklusiver aller Nebenmissionen auf der Schwierigkeitsstufe „Normal“ benötigt. Die restliche Spielzeit, kommt von einem zweiten, nichtvollständigen Durchgang auf „Leicht“, um einen Erfolg nachzuholen, sowie Screenshots für den Artikel zu machen. Beim starten des Spiels, wurde ein Update vorgenommen.

Das Spiel wurde von Nacon veröffentlicht. Das Spiel kostet in der Grundfassung 39,99€ und ist auf PC ein Epic Store exklusiver Titel. Ich erwarb die Champion of Gaia Edition, für 49,99€. Das Spiel ist ebenso für Playstation 4, XBox One und den neueren Konsolen verfügbar.
Das Spiel ist vollständig auf Englisch vertont und bietet für deutschsprachige Spieler deutsche Untertitel.

Werewolf: The Apocalypse Eartblood - Logo Graphik - Cahal als Mensch in Homid mit Militär Kleidung mit seiner Crinosgestalt im Hintergrund
Werewolf: The Apocalypse Eartblood – Cover
(So sieht das Spiel, beim spielen, nicht aus)

Als Spielfigur übernimmt man die Rolle von „Cahal Filin“, ein Werwolf, aus dem Stamm der Fianna, der unter dem Ahroun-Mondzeichen geboren wurde, und damit ein Kriege ist. Aufgrund des Umstands, dass das Spiel in erster Linie ein Action Brawler ist, lohnen sich weitere Durchgänge nur, wenn man weitere Erfolge erreichen will, oder das zweite Ende sehen.

Inhaltsangabe

  • Alterseinstufung
  • Spielzeit/-Dauer
  • Schwierigkeit
  • Editionsextra
  • Neueinsteiger-Eignung
  • Fan-Eignung
  • Setting
  • Spielmechanik und Spielweise
    • Exploration und Dialoge
    • Stealth (Heimlichkeit) Segmente
    • Kampfsystem
  • Graphik des Spiels
  • Geschichte des Spiels
    • Bis zum Auftauchen des „Werewolf: The Apocalypse: Earthblood“ Schriftzug
    • Der Auftritt von Tank Girl in ihren Mecha
    • Der Rest der Geschichte in groben Zügen
  • Politik und das Spiel
  • LGBTQIA+ Themen im Spiel
  • Frauen im Spiel
  • Körperliche Einschränkungen im Spiel
  • Der Rahmen des Spiel (A, AA, AAA)
  • Meine Bewertung des Spiels
  • YouTube Besprechungen des Spiels
  • YouTube Let’s Play auf Deutsch

Alterseinstufung

Das Spiel verlangt auf dem Epic Games Store eine Bestätigung das man 18 Jahre oder älter ist, und hat eine Altersfreigabe ab 16.

Meiner persönlichen Meinung, ist die Altersfreigabe eher hoch angesetzt.
Das Spiel bietet Blut, und nach den Kämpfen sieht das Areal aus, als wären Leute explodiert, und entstellt aussehende Kreaturen die Einflüsse chtuluoiden Horror zeigen. Es ist allerdings nicht so, als könnte man, gerade die menschlichen Gegner, Stück für Stück auseinandernehmen, als würde man in der allgemeinen Viscera menschliche Körper erkennen können, oder das sich das Spiel erwachsenen Themen widmet.

In dem Kontext, sehe ich die Alterseinstufung mehr als ein Versuch der Jugend einen Blick auf mässige 90er Spiel- und Geschichtsgestaltungssensibilitäten zu ersparen.

Spielzeit/-Dauer

Die Spielzeit ist mit etwa 6 bis 12 Stunden angegeben.
Ich persönlich habe die Hauptmission, inklusive aller Nebenquest und inklusive aller Geister im Gebiet der Roten Klauen, innerhalb von 11 Stunden durchgespielt.

Ein erneutes durchspielen, lohnt sich nur für das zweite Ende. Wobei man es sich m.E. eher auf YouTube ansehen kann, oder im Schnelldurchlauf durchgehen. Dialog Entscheidungen haben keine Auswirkung.
Das Spiel läßt einen nicht selber speichern, womit man nicht einfach zum Zeitpunkt der Entscheidung zurück kann.

Schwierigkeit

Ich habe das Spiel auf „Normal“ durchgespielt, und damit weitestgehend keine Probleme.

Was mir auffiel war, dass zwei Stellen deutlich viel schwieriger waren, als in den Let’s Plays gezeigt. Eventuell wurde das mit dem letzten Patch angepasst. Daneben sind die meisten „Bosskämpfe“ vergleichweise einfach. Allerdings aufgrund des Umstands, dass Werwölfe nun „Silberschaden“ austeilen, schwieriger als in den Let’s Plays.

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Schwierigkeitsauswahl (Leicht, Normal, Schwer)

Die Schwierigkeit bestimmt eigentlich nur, die Anzahl des Lebens der Feinde und ggf. noch, wie leicht man durch blockende Gegner durchkommt.

Editionsextra

Man bekommt die folgenden Extra, wenn man sich die Champion Fassung gönnt:

  • Die Auswahl von sechs Fellfarben-Sets für den eigenen Lupus und Chrinos
  • Die Auswahl von sechs Farben für die Jacke
  • Die Auswahl von zwei Symbolen für den Rücken der Jacke
  • Einen optionalen Geistergefährten

Es heißt, dass der Geistergefährte für einen mitkämpft. Ich konnte es allerdings nicht beobachten, er war mehr Zierde.
In einer Szene, habe ich gesehen, dass mein gewähltes Jacken-Symbol, durch das Standard-Symbol ersetzt wurde. Was eher meh ist. Unter dem Strich, also so wirklich Wert, ist es die 10€ nicht.

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Boni
Dies kriegt man, für sein Extra-Geld…

Neueinsteiger-Eignung

Das Rollenspiel Werwolf: Die Apokalypse hat einen sehr umfangreichen, tiefgehenden Hintergrund.
Man kann sich, vergleichbar mit Vampire, mit hunderten Bücher in die Themen der Welt, die Funktionsweisen, das „Wer, Wie, Was“ vertiefen. Es ist, zu einem gewissen Grad, empfohlen, wenn man bei Unterhaltungen keine permanenten Fragezeichen vor Augen haben mag.

Ich persönlich, bin nicht komplett unbelesen in Bezug auf Werwolf, allerdings auch nicht super tief drin.
Was Spekulationen, wie es auf Werwolf Frischlinge wirkt, natürlich schwierig gestaltet.

Das Spiel startet „in media res“.
Man startet zwar nicht in einer Action Szene, aber man spielt einen Garou, der mit seinem Pack, für Gaia, gegen Endron und die Diener des Wyrm und eine Korrumption vorgeht. Man muss dafür mit dem Schutzgeist des Caerns sprechen, und sieht sich mit einer Penumbra Sicht um.

Anders wie bei Spielen wie Shadows of New York (Vampire) oder Heart of the Forest (Werwolf), werden einen die ganzen Begriffe weder im Spiel noch über ein Lexikon erklärt. Wobei das auch nur die ersten 5 oder 10 Minuten waren, und es dahingehend auch keine Erklärbär-Rückblenden gibt. Auch die Hintergrund-Hinweise die man so findet, erleuchten Spieler, welchen ich beim spielen zu sah, nicht wirklich.

Dahingehend ist die Let’s Play Serie von Faith Plays, sehr interessant:

Faith Plays – Werewolf The Apocalypse – Earthblood [PS5 deutsch]

Die Reihe an sich, ist sehr empfehlenswert respektive launig. Obwohl, oder weil, er das Spiel ohne Vorkenntnis durchzockt.

Fan-Eignung

Ich halte es für übertrieben, wie im Honest Trailer, zu sagen, „dass selbst Spieler welche sich das Stammeszeichen der Roten Klaue auf den Sack haben tättowieren lassen, zweimal über den Kauf des Spiels nachdenken sollten“.

Allerdings ist es nicht komplett ohne Fundament.
Die Erzählweise der Geschichte, umreißt Aspekte der Geschichte so knapp, dass sie einem entgehen können. So wurde in mehreren Besprechungen die ich sah, davon gesprochen, dass das Rudel von Cahal nur eingeschränkt wie ein Rudel von Fianna wirkt. Im Hinblick darauf, dass Rodko ein Silver Fang, und Ava eine Glasswalkerin ist, halte ich es jedoch für nicht überraschend.

Daneben kratzt das Spiel, meiner Einschätzung nach bewusst, nur an der Oberfläche dessen was Werwolf eigentlich hergibt. Man kann natürlich Werwolf, ausschließlich als Spiel um gewissenlose Öko-Terroristen sehen. Es bietet aber mehr.

Demhinzukommt, dass Elemente wie das Schleichen für Werwolf mitunter doch eher recht befremdlich wirken. Wohingegen das Spiel selbst, an zwei Stellen, anspricht das die Wut respektive Rage schlecht ist, aber nur an zwei Stellen. Davor, dazwischen und danach ist es pups egal wieviel man rumwütet.

Setting

Das Spiel setzt in einem alternativen „Hier und Jetzt“ an.
Es gibt Werwölfe, die als solche eine eigene Spezie sind. So sind es keine Menschen, die sich verändern, sondern sie sind so verschieden wie ein Hirsch und ein Mensch oder Wolf.

Die Natur, besteht aus drei Aspekten.
Es gibt das Wyld, welches neues schafft und mit der Wildernis, ein gewissen, nicht überschweifendes Chaos bietet.
Es gibt die Weberin, welche Strukturen schafft und mag. Städte, Systeme, Technologie sind an sich Domänen der Weberin.
Es gibt den Wyrm, welcher bestehendes vernichtet respektive zerstört, und damit Raum für neues schafft.

Irgendwann, fiel der Wyrm dem Wahnsinn anheim, und begann wahllos und übermäßig zu zerstören (Umweltverschmutzung). Die Weberin, zog darauf hin die von ihr geschätzten Strukturen fest und wucherte aus (Städteexpansion, Technologie). Woraufhin der Wyld das Problem hatte untergehen zu gehen. Sowohl durch direkte Angriffe des Wyrm, welcher alles zerstört, als auch durch eher indirekte Übergriffe der Weberin.

Die Werwölfe, auch Garou genannt, sind Kreaturen des Wylds, welcher wohl auch Gaia genannt wird, und versuchen den Wahnsinn des Wyrm einhalt zu gebieten. Unter dem Strich, die Natur vor der Zerstörung zu bewahren.

Werwölfe haben hierfür fünf Formen:
Lupus (Wolf), Hispo (Wolfmensch), Homid (Mensch), Glabro (Menschwolf), Chrinos (Werwolf)

Wobei im Spiel nur Lupus, Homid und Chrinos genutzt werden.

Spielmechanik und Spielweise

Das Spiel besteht im Grunde aus drei Teilen:

Exploration und Dialoge

Man hat bei Dialogen häufig die Wahl, was man antworten will.
Eine Herausforderung ist dabei, dass man nicht wählt was man sagt, sondern welche Intention man in Bezug auf den Sprecher hat. So wählt man nicht die Option zu sagen: „Ich kann deine Angst nachvollziehn“ sondern eher „Er/Sie hat Angst gezeigt“. Was recht gewöhnungsbedürftig ist, und mich als Spieler häufig im unklaren liess, was Cahal sagen wird.
Noch schwieriger wurde es, wenn die Option bspw. „bedrohen“ oder „einschüchtern“ war.

Dialoge dienen nahezu ausschließlich dazu, dem Spieler Informationen zu geben.
Für den weitergang der Handlung sind sie vollkommen egal. Dafür kann man Diskussionen mit Endron NSC einfach abbrechen, in dem man sich in einen Chrinos verwandelt, und alle niedermetzelt.

Es gibt in einem Bereich, die Möglichkeit mit etwas Dialog, eine Metzelei zu überspringen.
Das wirkt aber, als hätte man bei Bayonetta, irgendwo mitten drin, ein Level gemacht, wo man dreimal mit den Gegnern redet, bevor man metztelt und schnetzelt.

Daneben gibt es ein paar Queste, welche einen ermuntern sollen verschiedene Dinge auf der Karte zu finden. Geister, Schreine, Seelen gefallener Werwölfe. Das ganze ist zwischen „nett“ und „nervig“. Letzteres weil die Karten weder übersichtlich, noch hübsch genug sind, um wirklich zu motivieren. Wobei es erstaunlicherweise, auch dazu YouTube Tutorials gibt.

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Hupfender Wolf
Die Lupus Form beim hupfen (springen)

Stealth (Heimlichkeit) Segmente

Jedes Kampf-Areal fängt zunächst mit dem Versuch an, sich heimlich still und leise durchzubewegen und durch zu morden.

Was man in der Regel als Wolf, der weniger gut gesehen werden kann sowie schneller ist, macht und dann mit einer fixen Zurückverwandlung in Cahal. Die Animation der Wandlung zwischen Cahal in der Homid und der Lupus Form ist fix und launig.

Das schleichen macht an sich Spaß.
Allerdings gibt es die Herausforderung, dass das Spiel nicht wirklich will das man schleicht – außerhalb des Tutorial. Dementsprechend ist es in teilen übermäßig sensibel, und es gibt Arenen mit Gegnern die man nicht heimlicherweise niedergemacht bekommt.

Die Fertigkeiten zum schleichen, sind auch recht übersichtlich.
Womit mir Spiele wie „DARK“ dahingehend deutlich mehr Spaß machten. Auch in Cyberpunk 2077 war das versteckt sein launiger.
Es ist in Earthblood nicht schlecht; nur man fühlt sich dabei, als würde man bei einem Spanferkelfest Sushi essen wollen. Schmeckt, ist aber ggf. nicht perfekt, und so ganz richtig passt es nicht.

Kampfsystem

Sobald man entdeckt wurde oder wenn man keine Lust auf schleichen hat, verwandelt man sich in einen Crinos (Werwolf) und metztelt weg was da ist.

Man hat zwei Stellungen, pro Stellungen 3 Standard Attacken (leicht, heftig, Sprung) und je nach Upgrade bis zu 4 spezial Attacken. Daneben kann man noch eine Raserei hinlegen, und wird dann noch was übermächtiger.
Als Gegner kriegt man weniger als ein halbes Dutzend varianten an Menschen, etwa ein Dutzend Formori, Mechs, und ein paar Bosse (etwa 4 bis 5).

Das ganze ist, meiner persönlichen Meinung nach, mäßig reaktiv in Bezug auf meinen Controller. Es ist nur bedingt deutlich, wann man sich heilen oder die Sonder-Attacken machen kann. Das ummoschen von Gegnern ist eh. Da die nicht so richtig darauf reagieren das ein Monster was knapp doppelt so groß ist wie sie, sie mit seiner Pranke angelangt hat.

Es ist zwecksmäßig, es ist ein netter Kontrast zum schleichen, aber so richtig toll finde ich es nicht.
Zumal das Kampfsystem, nur bedingt mit der Geschichte übereingeht. So gibt es Szenen, die mit einer Raserei enden, obwohl ich darauf achtete, dass mein Cahal nicht am rasen war.
Dazu kommt, dass die Kamera mitunter quasi am Hintern des Charakters klebt, und es schwierig ist, Gegner zu sehen.

Auch optisch ist es eher so ein „Okay“.
Wobei ich bei dem System, noch mit das meiste Verbesserungspotential sehe.

Graphik des Spiels

Das Spiel macht optimisch betrachtet wenig bis gar nichts her.
Nicht nur gemessen, an „Triple A“ Titeln, sondern ganz allgemein.

Während bei Cahal sichtlich mühe in die Gestaltung geflossen ist, kann man das über keinen der weiteren Charaktere sagen. Wobei der „Low Pixel Adam Sandler“, wie ich den NSC im Bild unten taufte, noch ein positiveres Beispiel für das aussehen von anderen Figuren ist

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Low Pixel Adam Sandler
Low Pixel Evil Adam Sandler

Neben der Gestaltung, gucken einen die NSC aus totwirkenden Augen an, und die Animation des Gesichts beim sprechen kann positiv als minimalistisch bezeichnet werden. Ich dachte zuletzt bei „Empire of Sin“ etwas in der Richtung wie „Bah, wie scheiße und starr sehen den die Figuren aus“, aber im Vergleich zu Earthblood sind es Meisterwerke. Auch andere Spiele wie Vampyr, The Council haben ansehnlichere NSC.

Daneben kommt hinzu, dass die Umgebung sehr, sehr gleichförmig ist. Endron hat überall die gleiche, graue Struktur, mit den strategisch platzierten, gleichen, abtrennern zum heimlichen niederringen von Gegnern.

Insofern, für ein Spiel am Ende der Lebenszeit von der XBox ganz gut, vielleicht als einer der ersten XBox 360 Titel. Allerdings gefallen mir da Spiele wie „Bayonetta“ oder „Wet“ oder „Red Dead Redemption“ wesentlich besser. Von neuen Titeln, wie Hades ganz zu schweigen.

Geschichte des Spiels

Die Geschichte des Spiels scheint direkt aus den 90ern zustammen, und ist dabei keine der guten oder interessanten Geschichten.
Ich werde versuchen, soweit es geht, anzugeben bis zu welchen Punkt ich den Spoiler setze.

Ohne Spoiler: Meiner Meinung ist die Geschichte ist aus den 90ern, Klischeebeladen, ohne Twist und Anspruch

Bis zum Auftauchen des „Werewolf: The Apocalypse: Earthblood“ Schriftzug

Cahal ist ein Werwolf Krieger, der für seinen Stamm auf eine Mission gegen Endron geht.
Endron ist hierbei wie die Bösen bei Captain Planet, nur noch viel böser. Weshalb man auch alle menschlichen Angestellten von Endron nicht nur gewissenlos ermorden darf, sondern der Welt damit auch noch etwas gutes tut.

Cahal hat eine Frau namens Ludmijla sowie eine Tochter namens Aeda.
Seine Frau wird jedoch bereits in diesem Prolog zur Geschichte, in den Gefrierschrank gesteckt. Wobei er kurz danach, aus Wut, noch den Bruder seiner Frau fast umbringt, und seinen Cousin mehr als fast. Danach zieht er sich, geplagt vom Weltschmerz eine rasende Bestie zu sein, sowie aus der Trauer um seine gefrierschrankte Frau, in ein selbst erwähltes Exil zurück.

Mit dem stoischen Kriegerethos, passt Cahal damit in die kopfhaarherausgeforderte Liga von God of War respektive Hitman.
Wobei ich zumindest God of War interessanter fand.

Der Auftritt von Tank Girl in ihren Mecha

Werewolf: The Apocalypse Earthblood: Rodko, Herr 8-Pack
Werwölfe haben Acht- statt Sixpacks

Beim ersten auftauchen von Major Graner, als Vorstellung der Antagonistin, wirft sich Rodko als Rudelführer des Stammes, ihr entgegangen. Ich persönlich dachte mir: „Oh cool! Ein körperlich herausgeforderter Werwolf!“ da Rodko zuvor irgendwann sein Auge verlor, und daher eine Augenklappe trägt. Die sich auch prompt mitverwandelt.

Allerdings moppt die Antagonistin dann umgehend so mit Rodko den Flur, auf das unser Held Cahal reinhüpfen muss, um der bösen Major Graner den „Mech“ kaputt zu machen. In Anführungszeichen, weil die Mechs in Earthblood aussehen, wie das Minen-Equipment mit dem Ridley in Alien die Königin rausschubst.

Rodko, der aus irgendeinem Grund mit einer offenen Jacke umherläuft (! Ist das wie bei Vampiren mit Sonnenbrillen in der Nacht ?), überlebt den Angriff wider meiner Erwartungen, und fläzt sich dann für einen Teil der Geschichte auf einem Bett herum, als wäre er Ian Malcom in Jurrasic Park.

Der Rest der Geschichte in groben Zügen

Man setzt also Endron nach, und entdeckt, dass Endron die Weltbevölkerung mittels eines Biotreibstoff in Fomori verwandeln will. Also hirnlose Wyrm-verseuchte Kreaturen mit Superkräften. Zwischendurch gilt es noch zu versuchen die eigene Tochter zu retten.

Praktischerweise, hat Endron gleich drei Anlagen direkt um den eigenen Caern herumgebaut. So das man nicht weit laufen muss. Als Gewürz gibt es eine Anlage in Nevada, und eine auf einer Bohrinsel.

Politik und das Spiel

Nachdem die Eröffnung erstaunlich viele echt wirkende Bilder bzw. Szenen einbaut, könnte man vermuten, dass das Spiel sich um eine politische Aussage bemüht. Nicht so extrem wie bei Spielen die sich „SpecOps: Six Days in Fallujah“ nennen, aber mehr als nichts.

Leider wird die Thematik nicht weiter im Spiel aufgegriffen, zumindest nicht in einer differenzierten Betrachtungsweise.
Endron, ein Ölkonzern der sehr direkt an Enron angelehnt ist, ist einfach absolut und durch und durch Böse. Wobei das Spiel keine Skrupel hat, zu zeigen wie übertrieben Böse Endron ist. So lautet das wahre Motto „Besser die Strafe zahlen, als Regeln befolgen“. Für die Vernichtung der Umwelt hält noch nicht einmal Profit her, sondern man macht es eben „Weil halt“. Wobei das „weil halt“, wohl darauf zurück zu führen ist, dass mit dem Wyrm quasi eine Äußere, unverständliche Macht, auf dem Niveau von cthuluoiden Kreaturen die Menschen zu Kultisten machen, den Leuten das Hirn verdreht.

Woran, ich persönlich, dann irgendwie schon etwas zu knabbern habe, wenn der Protagonist, mitunter mehrfach, anmerkt das alle Leute die für Endron arbeiten ihr Lebensrecht verwirkt haben. Wäre es nur ein comichaft-böser Konzern, okay. Mit den Bildern davor, den Verweis auf normale Umweltverschmutzung, entsteht für mich jedoch ein Kontakt zur Realität. Wo ich hinterfrage, ob das niederschnetzeln von Menschen, die in der Regel nichts von dem cthuloiden Wyrmtreiben wissen, so gut ist. Immerhin haben die Menschen, in einer kapitalistischen Gesellschaft, jetzt nicht wirklich die Option kein Geld verdienen zu gehen.

Wobei die Menschenfeindlichkeit, zumindest für mich, allgemein durchdringt. Cahals Rudel und Caern hat Frieden mit Menschen gemacht. Wobei der Eindruck entsteht, dass sie es ausschließlich taten, weil diese bis zum Tod für ihre Ziele kämpfen. Den Roten Klauen hingegen sind Menschen erstmal egal, und eigentlich wollen sie selbst jene, die sich so freiwillig gemeldet haben im Krieg auf ihrer Seite zu kämpfen, vernichten.

Dabei hilft nicht, dass im Spiel die „böse Substanz“, welche Menschen zu Formori mutiert, nach außen hin als „Biotreibstoff“ vermarktet wird. Womit der Biotreibstoff, ebenso wie Endrons Aussagen sich für die Umwelt einzusetzen, Lügen sind. Was, unter der politischen Linse betrachtet, auf mich danach wirkt, wie das befeuern von Verschwörungstheorien. Nach denen Sachen wie der „Green New Deal“, nur geheime Pläne sind der Welt den Todesstoß zu geben. Nach denen „grüne Strom Technologien“, der Welt angeblich mehr Schaden, als Kohlekraftwerke.
Diese Form der Technologiefeindlichkeit, würde ich in einem Setting, das nur comichaft überzogen ist hinnehmen. Mit dem klammern an „richtige“ Verhältnisse? Meh!

Spoiler für das letzte dreiviertel des Spiels

Das Cahal, trotz seiner irischen Herkunft, nicht als Klischee Fianna dargestellt wird, mit Shanty Liedern, grüner Kleidung und ausufernden Saufgelagen, fand ich im Rahmen einer vernünftigen Darstellung einer Kultur jenseits von Klischees gut.

Die Roten Klauen, kommen dafür rundum schlecht weg.
In ihrem Auftreten, in Nevada, werden sie, aus meiner perspektive, mit amerikanischen Ureinwohnern assoziert. Wobei Cahal, und seine Freunde, direkt einmal erklären, dass die dortigen Garou wohl keine Ahnung davon haben, wie nun eine „gesunde“ Wüste aussieht. Respektive das die Wüste da „ungesund“ ist. [Als Person die in Nevada war, fand ich die Darstellung recht „normal“]

Daneben wird ihnen aber auch die zweifelhafte Ehre zu Teil, mit Endron und den Wyrm kollaboriert zu haben.
Es ist letztlich die Schuld der Roten Klauen, dass Cahal seine Tochter nicht vor der Entführung schützen kann. Sie haben ihn als Garou, sowie die Menschen die Cahal helfen, verraten und ihren Schutzgeist vom Wyrm verseuchen lassen. Daneben kriegt der Stamm so gar nichts hin, und darf sich von dem starken Fianna Ahroun nicht nur retten, sondern auch noch weiter helfen lassen.

Yikes? Selbst in einer linearen Story, hätte man da etwas mehr machen können. Finde ich.

LGBTQIA+ Themen im Spiel

Daneben kann man sich fragen, wie so mit LGBTQIA+ Themen umgegangen wird.

Im Grunde, kommt das Thema LGBTQIA+ nicht vor. Wenn eine Person nicht CIS-gender ist, wird es vom Spiel nicht vermittelt. Die gezeigten Familien und Beziehungen sind alle heterosexuell. Kurz, es gibt dahingehend nichts, was ich gefunden hätte.

Jetzt kann man sagen „Muss ja auch nicht“, ich persönlich würde dahingehend jedoch sagen „Wäre schon, würde man es wenigstens versuchen“.

Ich mein, klar, den Charaktereditor und das Marketing hat CD Projekt Red beherzt in die Scheiße gefahren. Allerdings haben sie es zumindest versucht. Innerhalb der Geschichte, ist ihnen auch eine sehr gute Darstellung von lesbischen Beziehungen geglückt, und eine ~ meiner Einschätzung nach ~ gute Integration einer Frau die nicht CIS ist.

Ich finde das wesentlich besser, toller und mutiger, als wenn es wie bei Earthblood so gar nichts gibt.

Frauen im Spiel

Mich persönlich interessiert dann auch, wie Frauen im Spiel eingebunden werden.

Werewolf: Earthblood erfüllt dahingehend bereits im Prolog das Trope der Frau im Kühlschrank, und von da an geht es bergab.
Abgesehen davon, dass das Spiel durch den Bechdel Test kracht, trägt kein weiblicher Charakter wirklich konstruktiv etwas zum Geschehen bei oder wirkt so richtig kompetent. Man kann das Spiel so abschließen, dass nicht eine weibliche Person des eigenen Rudel überlebt.

Kurz: Ich bin nicht begeistert.

Spoiler bis zum Ende hin

Gerade bei der eigenen Tochter, Aedena, fällt mir persönlich auf, dass sie sich zunächst weigert die erste Wandlung durchzumachen. Am Anfang des Spiels wirkt es als wollte sie, aber kann nicht. Am Ende stellt sich heraus, sie wollte nicht.

Vorgeblich um als Spionin ihrer Mutter nachzueifern. Wobei sie auch als Garou spionieren könnte.
Letztlich will sie aber wohl nicht so brutal herumkämpfen, wie ihr Vater.

Dafür wird sie auch gleich gefangen genommen, mit Wyrm-Serum zugespricht und mutiert zu einer Plage, oder mit einer Plage. Woraufhin man die Damsel in Distress nicht rettet, sondern erschlägt. Was ein wenig merkwürdig ist, da ihr Oberkörper, zentaurenartig wie bei der Chaos Witch Quelaag, rausschaut, während der Unterleib an den Gaping Dragon erinnert. Wobei die Dark Souls Bosse tausendmal besser sind.
Wie bereits beim Tod ihrer Mutter, dient das ganze recht eindeutig nur für die Wahl des Protagonistens entweder den Oberbösewicht zu vermobben, woraufhin Ava stirbt, oder die Glasswanderin Werwolf retten zu gehen. Der Oberbösewicht ist ein Bossbattle, wohingegen man für die Glaswanderin nur Kleinvieh in einer Arena wegmoscht.

Körperliche Einschränkungen im Spiel

Es gibt zwei Charaktere, mit körperlichen Einschränkungen:

  • Rodko, Silberfang Rudelführer mit Augenklappe
  • Major Graner, ihres Zeichen hauptberuflich „Böse“, mit einer Armprothese

Rodko wird in der ersten Begegnung mir Major Graner umgelatzt, weil er (Silber-)Kugeln ausweichen für etwas für Schwächlinge hält. Scheinbar. Den Rest der Zeit, liegt er quasi herum, bis er sich für eine Mission hoch bemüht.

Major Graner, hat das häßlichste Figuren Design, des ganzen Spiels bekommen. Dazu wird sie zwar „Tank Girl“ genannt, hat aber weder einen Panzer (Tank) noch eine Punk-Einstellung. Das einzige was sie sich mit der normalen Tank Girl teilt, ist das Geschlecht und die Haarfarbe.

Kurz: Ich bin nicht begeistert

Spoiler bis zum Abschluß der Geschichten der Figuren hin

Nachdem es Rodko besser geht, kommt er auf eine Mission mit, wo ihn Cahal umbringt, weil er in einer Raserei ist.
Cahal erklärt das mit einem „es war er oder ich“, allerdings nicht in meinem Spiel. Da kam er in den Raum rein, sah wie Rodko auf ein paar Leichen – offenbar in Raserei – rumprügelte, und sprach ihn dann an. Es hätte ihn nichts abgehalten, einfach zu denken „Oh, okay, Raserei“ und die Tür zuzumachen, mit dem Hinweis ans Team zu warten bis sich Rodko abgeregt hat. Es gab keinen Anlaß, dort reinzugehen und ihn zu ermorden.

Major Graner, wird nach einem Kampf in der tiefen Umbra, in eben diese Umbra geworfen.
Wobei sie selbst dann noch große Töne spuckte, als ein Werwolf ihren Minen-Mech zerrupfte.
Mehr als „wütend“ und „böse“ hat die Figur auch nicht als Charakterzüge. Dann wird sie in die Umbra geworfen,… und ich dachte mir so „Ist sowas nicht, wie man stärkere Bösewichte für weitere Teile kriegt?“ und „Wieso wirft man so einen Wyrmling in die Umbra, ist das nicht Umbraverschmutzung?!“.

Die Überlegung das Graner vielleicht böse ist, weil sie eine Armprothese trägt, und diese wahlweise Weberin und/oder Wyrm verseucht ist, gefällt mir noch weniger.

Der Rahmen des Spiel (A, AA, AAA)

Ein Aspekt der häufig angesprochen wird, zur Verteidigung des Spiel, ist, dass das Spiel kein Triple-A Titel sei.

Das ist es auch nicht. Es hat mit 40€ weder den Preis, noch vom Entwickler die Ambition ein Triple-A Titel zu sein.
Es ist vielleicht und „Double-A“ oder „einfach A“. Bei meiner Wertung, vergleiche ich es dahingehend, auch eher an kleineren Spielen mit einem ähnlichen Rahmen.

Wobei nach meiner Erfahrung, fehlende As weder heißten das ein Spiel keine gute Geschichte bietet, politisch anspruchslos ist, optisch häßlich aussieht und eine wenig überzeugende Steuerung hat. Vor kurzem habe ich erst Hades gezockt, und das Spiel empfehle ich bedenkenlos. Auch Bloodlust ist cool, wenn man berücksichtigt das es 2015 erschien, von einem Team das eine Familienpizza bestellen kann, und die ggf. nicht komplett runterkriegt. Ich hatte auch an Wet für die XBox 360 um 2009 super viel Spaß (und auch wenn es von Bethesda ist, das war eher kein Triple-A Titel).

Meine Bewertung des Spiels

Ich persönlich hatte zeitweise Spaß beim spielen, im Großen und Ganzen war es jedoch eher ein solides „Meh“.
Ich persönlich habe dahingehend beispielsweise DARK wesentlich mehr genoßen, auch wenn es ein Stealth Spiel ist.

Neugierige, die keine Ahnung von Werwolf haben, würde ich eher von dem Spiel abraten.
Werwolf Fans, würde ich dazu raten abzuwarten, bis das Spiel für 20€ im Angebot ist, oder von Epic Store verschenkt wird.

Ich bereute den Kauf nicht, aber ich würde es auch nicht bereuen, es nicht gekauft zu haben.

YouTube Besprechungen des Spiels

The Escapist hat sich dem Spiel, in seiner 3-Minuten Review Reihe angenommen, welche kleineren Spielen vorbehalten ist, und normalerweise recht positiv:

Werewolf: the Apocalypse – Earthblood | Review in 3 Minutes

The Escapist bietet auch eine Besprechung in der Review Reihe „Zero Punctuation“ von Yahtzee Crowshaw. Dieser spricht, wie üblich, ohne Punkt und Komma, und betrachtet das ganze mit Humor:

Werewolf: The Apocalypse – Earthblood (Zero Punctuation)

Kritische Fans könnten mutmaßen, dass Yahtzee vielleicht das Spiel nicht gespielt hat und einfach gemein ist. Allerdings spielt er in einem Post-ZP Stream, dass Spiel erneut an, und gibt dabei detaillierter seine Kritik kund:

Yahtzee Plays Werewolf: The Apocalypse – Earthblood | Post-ZP Stream

Womit das Spiel, immerhin noch als schlechtes Beispiel taugt.

IGN bietet eine weitere, kurze Besprechung des Spiels, von jemand der das Rollenspiel magt:

Werewolf: The Apocalypse – Earthblood Review

ACG bleibt mit fast 16 Minuten auch noch im Rahmen, von einem Rollenspielfan:

Werewolf the Apocalypse Earthblood Review „Buy, Wait for Sale, Rent, Never Touch?“

Wer es mit viel Humor verissen haben will, der sollte sich den Honest Trailer dazu geben:

Honest Game Trailers | Werewolf: The Apocalypse – Earthblood

YouTube Let’s Play auf Deutsch

Daneben, bietet Faith Plays, ein richtig cooles

Werewolf The Apocalypse – Earthblood [PS5 deutsch] #001​ 🐺 Let’s play 🐺 Ein dreisamer Wolf

Ich habe mir seine Playlist zu dem Spiel, tatsächlich komplett angesehen. Was in Bezug auf Videospiele für mich das „Erste mal“ war.

Weiterer Artikel zu dem Spiel

Bei den Teilzeithelden, hat sich Stephan Köhli, dem Spiel angenommen, und ist dabei deutlich freundlicher als ich:

Spieltest: Werewolf: The Apocalypse – Earthblood – Der blutige Kampf für Gaia

Ansonsten, habe ich keine weiteren Artikel in der RSP Szene gefunden bzw. auf dem Schirm.

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