Rezension – BITE ME: How to Write Vampire

Rose Bailey, die lange Zeit als Autorin und Entwicklerin sowohl an der Jubiläumsausgabe von Vampire: Die Maskerade mitgearbeitet hat und noch länger wie umfangreicher an Vampire: Requiem, hat im Storytellers Vault ihre „Autoren Bibel“ veröffentlicht.
Eine Richtlinie wie sie für Vampire schreibt, mit dem enormen Insider-Wissen, welches sie sich in ihrer Zeit bei CCP sowie Onyx Path Publishing erarbeitet hat:

BITE ME: How to Write Vampire
von Rose Bailey
(StorytellersVault.com – 9,99$ bzw. 8,49€)

Nachdem ich auf das Buch hingewiesen wurde, mit der Anmerkung das es sicherlich für eine Vorstellung interessant wäre, habe ich es mir gekauft und gelesen. Schließlich mag ich eine informierte Rezension bieten.

Inhalt

  • Meine Allgemeine Motivation
  • Der Technische Rahmen
  • Der Inhalt
    • In dem ersten Segment
    • In dem zweiten Segment
    • In dem dritten Segment
    • Allgemeine Gestaltung
  • Mein Fazit

Meine allgemeine Motivation

Ich persönlich habe mir das PDF vor dem Hintergrund meiner Begeisterung für Maskerade gekauft, und der Zuversicht das die gebotenen Einsichten auch für das von mir favorisierte Vampire-Spiel anwendbar sind.

Meine Kenntnisse in Bezug auf Requiem sind vergleichsweise rudimentär und ich habe lediglich eine handvoll Runden gespielt. Wobei ich gespannt war welche Einsichten es bietet.

Der Technische Rahmen

Das Buch oder eher gesagt Heft umfasst die 65 Seiten, 58 davon mit Inhalt, eine mit dem Cover, eine für die Credits und drei für das Inhaltsverzeichnis. Insgesamt kommt es auf 1,23 MB und enthält eine Illustration – das Cover.

Das Buch ist im C5 (6 x 9 inch) Format gehalten und entspricht damit ungefähr A5. Der Text präsentiert sich einspaltig, und der meiste Text ist in der Schriftart Goudy Old sowie der Schriftgröße 13.5 Punkt gehalten.

Ich persönlich finde die Präsentation recht unaufgeregt und in der richtigen Größe war es angenehm zu lesen. Wobei sich herausstellte das Goudy nicht in allen Dimensionen gut aussieht.
Allgemein war ich etwas überrascht, da ich wahlweise ein Buch im A4 Format erwartet hätte, oder etwas das im Umfang her einem Perry Rhodan Roman entspricht.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm und ich habe das Dokument innerhalb von 2 Stunden, einschließlich Ablenkungen, gelesen.

Der Inhalt

BITE ME fängt damit an das Rose sich vorstellt und ihren Werdegang in Bezug auf Vampire und gerade Vampire: Requiem vorstellt. Sie spricht über den Tonfall in Bezug auf Vampire, den Anspruch respektive die Erwartungshaltung sowie darüber was dieser Leitfaden ist.

In dem ersten Segment geht Rose auf die fünf verschiedenen Clans sowie die fünf Bündnisse ein.
Zu jedem Clan gibt es ein kurzes Zitat, eine Beschreibung, Gründe weshalb man den Clan spielen mag, Gründe weshalb andere den Clan fürchten, Gründe weshalb man selbst den Clan fürchten kann, wie man diesen einsetzen kann und Entstehungsmythen.
Zu jedem der Convenants gibt es eine Beschreibung was das Bündnis ausmacht, wie es sich ausprägt und wie sich Spieler darin zurecht finden können. Ebenso bietet sie einen Abschnitt wie man es einsetzen kann.

Aus meiner Maskerade-Perspektive finde ich die Clanbeschreibungen durchaus als Ansatz wie man über die Maskerade-Clans nachdenken kann spannend. Das heißt, neben der direkten Übersetzung der Art bspw. „Daeva entspricht Toreador“ bietet es ein interessantes Format.
Hinsichtlich der Bündnisse ist die Entsprechung zumindest in Form der Sekten nicht gegeben. Das heißt, fünf verschiedene Bünde lassen sich nicht wirklich auf drei Sekten umlegen. Allerdings kann man sie durchaus als Organisationseinheiten innerhalb der jeweiligen Sekten betrachten. Womit die Sichtweise wiederum interessanter wird.
Das heißt, es spricht beispielsweise, aus meiner (Ketzer-)Sicht, nichts dagegen eine Invictus-Formation innerhalb der Camarilla zu haben, bei der Brujah und Ventrue versuchen kontrollierend einzugreifen. Ebensowenig wie das sich innerhalb der Anarchen vielleicht Toreador und Gangrel finden um eine Form des Zirkels der Mutter zu machen.

In dem zweiten Segment widmet sich Rose den vielfältigen Aspekten des Settings.
Jedes Thema, welches man in der Vorschau im Inhaltsverzeichnis nachsehen kann, erhält eine kurze Erklärung und wird anschließend von Rose betrachtet. Wobei die Betrachtungen selten mehr als eine Seite umfassen und mitunter nur zwei Absätze sind.
Die Themen werden aus der Requiem-Perspektive betrachtet, wobei es durchaus Aspekte gibt, wie bspw. „Contamination“ – der Umstand das sich ein Vampir an die Stadt und seine Nahrung anpasst – welche so nicht regelseitig erfasst waren und angeregt werden.

Aus meiner Maskerade-Perspektive war dies mit der spannendste Teil des Buchs. Die Beschreibungen reichen um mir unter dem Thema etwas vorzustellen und bringen es jeweils gut auf den Punkt ohne sich durch unzählige Bücher wechseln zu müssen.
Themen wie die „Solace“-Droge lassen sich sicherlich zügig gerade in eine V5 Chronik integrieren, Aspekte wie der der Kontaminierung ebenso thematisieren und mehr.

Der einzige Abschnitt, im ganzen Buch, der mir negativ auffiel war „Feeding“.
Hierbei stellt Rose die These auf, dass in Requiem das trinken von Menschen im fundierten Einverständnis erfolgt
Zitat: „Most feeding in Vampire is done with informed consent
Positionen die davon abweichen werden zugespitzt (hinzu „rape fantasy„) und verurteilt.
Einerseits steht die Aussage in Bezug auf das informierte Einverständnis im Konflikt mit dem wie ich Vampire im Spiel erlebte und präsentiert bekam – sowohl Requiem als auch Maskerade. Andererseits steht es im Konflikt mit meinem Textverständnis von Vampire: Requiem in der ersten wie der zweiten Edition. Letztlich erwarte ich hinsichtlich der Diskussion ein facettenreichere Erörterung als die Zeichnung der Gegenseite im Extrem.
Ein meiner Meinung nach eher ärgerlicher Ausreißer.

In dem dritten Segment Stil befasst sich Rose mit der Art und Weise wie man das Spiel präsentieren kann.
Die ersten drei Punkte, „Lass die Welt real erscheinen“, „Lass die Spieler sich cool fühlen“, „Gib den Spielern was sie wollen, auf die schlimmste Art und Weise“ lesen sich fast wie Powered by the Apocalypse Handlungsimperative („Moves“). Wobei Rose betont, dass man die Ratschläge nicht übertreiben soll und bspw. nicht den „bösartigen Djinn“ spielen.
Danach befasst sich Rose mit Aspekten wie das die Spielercharaktere eher schreckliche Personen sind, dem Umgang mit Subkulturen und Identitäten. Wobei sie durchaus auf frühere Fehltritte und dergleichen eingeht.
In den letzten vier Punkten geht sie auf die Sprache ein, auf Humor, derbe Sprüche sowie Ingame-Prosa und Handouts.

Aus meiner Sicht ein durchaus interessantes Kapitel, wenn auch nicht eines aus dem ich großen Gewinn ziehen konnte. Das heißt, entweder stimmte ich vollständig zu, bspw. im Bezug auf den respektvollen Umgang mit Identitäten, oder ich stimmte nicht zu, sah aber keinen Änderungsbedarf, wie bei der These das Charaktere keine Star Trek oder Douglas Adams Referenzen machen sollten im Humor teil.
Es war dennoch recht angenehm zu lesen.

Allgemein ist das Buch so gestaltet, dass Rose jedesmal wenn sie Inhalte aus einem Buch aufgreift die Quelle angibt. Was für Requiem Spieler oder Personen die ein Thema vertiefen möchten sicherlich sehr hilfreich ist.

Mein Fazit

Es war eine durchaus unterhaltsame Lektüre, die ich nicht gereut habe.
Es gibt durchaus Kritikpunkte, wie der Umfang, der Abschnitt zu „Feeding“, allerdings überwiegt für mich der sehr angenehme Schreibstil und der Nutzen in Bezug auf neue Konzepte die ich erfuhr.

Der Preis mit 9,99$ ist aus meiner Perspektive für das was man erhält verhältnismäßig hoch. Das heißt, normalerweise erwarte ich in dem Preissegment einen ausgearbeiten Ergänzungsband bis hin zu einem kleinen Regelwerk.

Insofern erhält es eine Empfehlung mit Vorbehalt, hauptsächlich preisbedingt.

Cover - BITE ME: How To Write Vampire_Cover - Von Rose Bailey
BITE ME: How to Write Vampire

Weitere Worte

Jon Garrad auf Twitter über BITE ME: How to Write Vampire

„A must-have guide for anyone who wants to write for Vampire: The Requiem.“ –Onyx Path

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